Wechselkröte

Gut getarnt aber hochbedroht

Wechselkröte. Foto: ÖNSA/M.Neßmann
Wechselkröte. Foto: ÖNSA/M.Neßmann

Die Wechselkröte (Bufo viridis oder Bufotes viridis) ist als kontinental-mediterrane Art an trocken-warme Lebensräume angepasst. In Ostniedersachsen lebt sie am Rande ihrer natürlichen, nordwestlichen Verbreitungsgrenze. Geeignete Habitate sind selten.

Die Wechselkröte musste seit Beginn des 20. Jahrhunderts dramatische Bestandsrückgänge hinnehmen. In Folge von Lebensraumzerstörung und -zerschneidung ist der niedersächsische Bestand im letzten Jahrhundert um etwa 80 % zurückgegangen.

In Niedersachsen kommt die Wechselkröte inzwischen nur noch im Betreuungsgebiet der ÖNSA, in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel, vor. Sie lebt hier in stark isolierten, naturfernen Sekundärhabitaten (Abgrabungen, Tagebaufolgelandschaften, Industrie-, Gewerbe- und Ruderalflächen)  nur noch an wenigen Standorten außerhalb von Naturschutz- und FFH-Gebieten.

 

Die Wechselkröte ist damit die am stärksten gefährdete heimische Amphibienart in Niedersachsen und hier akut vom Aussterben bedroht.

 

Die ÖNSA kümmert sich in Kooperation mit den Unteren Naturschutzbehörden und in Zusammenarbeit mit dem NLWKN und weiteren Akteuren um den Erhalt dieser Art in Niedersachsen.

Dazu optimieren wir bestehende Lebensräume und legen neue Laichgewässer an. Wir sprechen mit Abbau-unternehmen, wie die Ansprüche der Art besser in den Betriebsablauf integriert werden können. Zudem ist uns eine Vernetzung und enge Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden, Planungsbüros, Abbaubetrieben, LandnutzerInnen und Ehrenamtlichen wichtig.

 

Hier geht es zu einer Pressemitteilung über eine Bestandsstützung im Landkreis Wolfenbüttel.

Bitte helfen auch Sie die Wechselkröte zu schützen

Wechselkröte gefunden?

Bitte melden Sie uns gesichtete Wechselkröten mit genauem Standort an:

Mobil: 01577-7784749

E-Mail: kontakt@oensa.de

 

Wie können Sie im eigenen Garten zum Schutz der Wechselkröte beitragen?

Immer wieder erreichen uns Meldungen von Sichtungen aus Gärten und Kleingartengebieten. Gärten können heutzutage einen Teillebensraum für die Wechselkröte darstellen.

  •   Lassen Sie gefundene Kröten ungestört an ihren Plätzen sitzen, oder -wenn nötig- setzen Sie sie vorsichtig  etwas weiter, wo sie beispielsweise nicht bei der Gartenarbeit stören.
  • Helfen Sie Kröten, die in Fensterschächte oder sonstige „Fallen“ geraten sind, hinaus. Sichern Sie nachträglich solche Fallen durch z. B. feines Drahtgeflecht.
  • Lassen Sie „unaufgeräumte“ Bereiche als Verstecke in Ihrem Garten bestehen.
  • Gartenteiche möglichst nicht mit Fischen besetzen, die Wechselkröte meidet solche Teiche.

Wechselkröten erkennen

Wechselkrötenpärchen im Amplexus. Foto: ÖNSA/M.Neßmann
Wechselkrötenpärchen im Amplexus. Foto: ÖNSA/M.Neßmann
  • Tarnmuster ("Camouflage") mit scharf umgrenzten grünen Flecken auf hellem Untergrund. Wie auf dem Foto ist das Weibchen oft kontrastreicher und das Männchen "verwaschener" gezeichnet.
  • Gelblich-grüne Iris und waagerechte Pupille
  • Warzige Haut
  • Ihr Ruf ist ein hohes Trillern