Mit Kescher und Becherlupe die Lutter erkundet

20 kleine ForscherInnen gingen mit der ÖNSA und der Aktion Fischotterschutz auf Entdeckungstour am heimischen Fließgewässer

Vogelberingung
Foto: NABU/R.Wagner

 

14. August 2019, Königslutter – Die Ökologische NABU-Station Aller/Oker (ÖNSA) in Königslutter und die Aktion Fischotterschutz e.V. in Hankensbüttel haben vergangene Woche zu einer Ferienaktion für Kinder eingeladen. Zwanzig kleine Forscherinnen und Forscher sind der Einladung gefolgt. Nach einer Begrüßung der Kinder und Eltern im Burghof der Umweltburg in Königslutter durch Marieke Neßmann und Nicole Feige von der NABU-Station ging es an die Lutter in den Amtsgarten. Dort wartete bereits Sören Brose mit dem Fluss-Fisch-Mobil der Aktion Fischotterschutz auf die Kinder. Ausgestattet mit Geräten und Materialien zur Gewässeruntersuchung, wie Watstiefeln, Keschern, Binokularen und Bestimmungshilfen, machten sich die Kinder begeistert auf Entdeckungstour.

 

Welche Tiere leben im und am Fließgewässer? Was benötigen Fische zum Leben? Wie sieht ein naturnahes Fließgewässer aus? Und was können uns Gewässerlebewesen über den Zustand des Flusses aussagen? Die Beantwortung all dieser Fragen war Inhalt des dreistündigen Bildungsprogramms der Aktion Fischotterschutz.

Foto: ÖNSA/N.Feige
Foto: ÖNSA/N.Feige

Obwohl der Fluss in diesem Abschnitt noch nicht weit von seiner Quelle im Elm entfernt ist, fanden die Kinder eine Menge Leben im Wasser, wie z.B. Schnecken, Bachflohkrebse, Eintagsfliegenlarven, Rückenschwimmer und Wasserkäfer. Auch Fische kescherten sie mit den Fangnetzen heraus. „Das sind Dreistachlige Stichlinge“ wusste der achtjährige Max aus Salzgitter im Anschluss, zu erkennen an den drei, zum Stachel ausgebildeten Flossenstrahlen der Rückenflosse. „Er ist ein echter Tausendsassa und kommt sogar im Salz- und Brackwasser vor. In den Tieflandflüssen unserer Region bevorzugt er pflanzenreiche Flachwasserzonen mit langsamer- bis mäßiger Fließgeschwindigkeit“, erklärte Fischereibiologe Brose. Anhand eines von den Kindern selbstgebauten Flussmodells erläuterte er den Unterschied zwischen frei mäandrierenden, naturnahen Flüssen und begradigten oder gar kanalisierten Fließgewässern. Die Kinder fanden schnell selbst heraus, dass Flüsse Raum zum Fließen brauchen. Am Ende stellten sie mit Hilfe einer Schautafel gemeinsam fest, in welchem ökologischen Zustand sich der Fluss befindet: „Die Artzusammensetzung der Kleinlebewesen, die die Kinder gefunden haben, deutet darauf hin, dass die Lutter hier einen eher mäßigen Zustand hat“, erklärte Sören Brose. „Alle Kinder haben mit großer Begeisterung mitgemacht und sind mit vielen neuen Erkenntnissen nach Hause gegangen. Das war eine gelungene Kooperation zwischen der Aktion Fischotterschutz und der ÖNSA“, freut sich Neßmann.

Foto: ÖNSA/N.Feige
Foto: ÖNSA/N.Feige

Das Fluss-Fisch-Mobil der Aktion Fischotterschutz ist im Rahmen des Projektes „Artenvielfalt in der Aller – Neue Lebensräume für die Barbe“ im Einsatz. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Umweltministeriums und durch das Land Niedersachsen.

 

 

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des von der Deutschen Postcode Lotterie unterstützen Projekts „Naturschutznetzwerk Aller/Oker“ von der ÖNSA organisiert.