Herbstfärbung hüllt Salzwiesen des Binnenlandes in einen warmen Farbton

Die von der ÖNSA betreute Soltauquelle zeigt sich aktuell in tiefer Rotfärbung

Die Soltauquelle - Ein Kleinod mitten in der Agrarlandschaft. Foto: ÖNSA/C. Faust
Die Soltauquelle - Ein Kleinod mitten in der Agrarlandschaft. Foto: ÖNSA/C. Faust

 

Helmstedt, 12. November 2021 – Bereits im Spätsommer war die Ökologische NABU-Station Aller /Oker (ÖNSA) über die gute Vegetationsentwicklung im Naturschutzgebiet „Soltauquelle“ bei Watenstedt erfreut, die seit 2020 von ihr mitbetreut wird. Die Soltauquelle ist Teil des FFH-Gebietes „Heeseberg-Gebiet“. Diese natürlich entstandene Solquelle ist die größte Binnenlandsalzquelle Niedersachsens. Sie wird von Zechsteinsalz gespeist und beherbergt den europäisch bedeutsamen Lebensraumtyp „Salzwiesen im Binnenland“.

 

„Unsere Salzwiesen sind geprägt durch das Vorkommen von charakteristischen Pflanzenarten, die speziell an die salzhaltigen Lebensräume angepasst sind. Man nennt diese Pflanzen deshalb auch Salzpflanzen oder Halophyten“ erklärt Dr. Christopher Faust, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der ÖNSA. Der Europäische Queller, eine dickfleischige Pflanze mit gegliederten Sprossachsen, ist eine von ihnen und zeitgleich auch eine der Blütenpflanzen, die höchste Salzgehalte ertragen können. „Der Queller lagert hierfür als Überlebensstrategie viel Wasser in seine Zellen ein, um das Salz, welches er mit seinen Wurzeln aus der Umgebung aufnimmt, verdünnen zu können. Ab dem Spätsommer färbt sich der Queller langsam rot bis braun“ so Faust weiter. Dies sei ein Anzeichen für zu viel Stress, welcher durch das Salz bedingt ist. Als einjährige Pflanze sterbe der Queller dann noch im selben Jahr ab, nachdem er seine Samen gebildet hat.  

Kurzähren-Queller Salicornia Soltauquelle Herbstfärbung
Der Kurzähren-Queller leuchtet im prächtigen Rot. Foto: ÖNSA/C.Faust

An der Soltauquelle, wie auch auf anderen Salzwiesen des Binnenlandes, kommt eine besondere Unterart des Quellers vor, der sog. Kurzähren-Queller, der sich vom Queller der Küsten unterscheiden lässt. Diese Unterart gilt laut der Roten Liste Niedersachens für die Region Hügel- und Bergland als gefährdet, was ebenso auf die an der Soltauquelle vorkommende Salzaster zutrifft. Als weitere typische Salzpflanzen lassen sich dort der Gewöhnliche Salzschwaden, die Salz-Schuppenmiere oder auch das Strand-Milchkraut finden. Generell ist der gesamte Erhaltungszustand der Binnenland-Salzstellen in Deutschland als ungünstig bis unzureichend einzustufen.

 

Die ÖNSA führt an der Soltauquelle regelmäßige Pflanzenerfassungen durch und berät die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Helmstedt zu Schutzmaßnahmen. Im Jahr 2019 wurden an der Soltauquelle umfangreiche Renaturierungsarbeiten durch das Amt für regionale Landesentwicklung und den Landkreis Helmstedt durchgeführt. Die Fläche habe sich seitdem sehr positiv entwickelt.