Der 21. Mai ist Natura 2000-Tag

Die Ökologische NABU-Station Aller/Oker (ÖNSA) betreut EU-Schutzgebiete zum Erhalt der Natur vor unserer Haustür

Das FFH-Gebiet „Drömling“ (kreisfreie Stadt Wolfsburg). Foto: ÖNSA/N. Feige
Das FFH-Gebiet „Drömling“ (kreisfreie Stadt Wolfsburg). Foto: ÖNSA/N. Feige

21. Mai 2020, Königslutter – Der 21. Mai ist Natura 2000-Tag. Natura 2000 ist ein europaweites Schutzgebietsnetz, das dem Erhalt wildlebender Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume dient. In Niedersachsen sind dazu 385 FFH-Gebiete und 71 EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen, die die Kulisse für das Natura 2000-Netz bilden. Das sind rund 861.900 ha und damit etwa16 % der Landesfläche - inklusive großflächiger mariner Bereiche der Nordsee. Die Umsetzung der dazugehörenden Richtlinien ist in Deutschland Ländersache und liegt in den Händen der Unteren Naturschutzbehörden. Seit 2018 fördert das Land Niedersachsen Ökologische Stationen, die die Arbeit der Unteren Naturschutzbehörden ergänzen und dazu beitragen, den Vorgaben der EU-Richtlinien besser gerecht zu werden.

FFH-Gebiet "Harly, Ecker und Okertal“. Foto:ÖNSA/N.Feige
FFH-Gebiet "Harly, Ecker und Okertal“. Foto:ÖNSA/N.Feige

In den kreisfreien Städten Braunschweig und Wolfsburg und in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel betreut die Ökologische NABU-Station Aller/Oker (ÖNSA) mit Sitz in Königslutter seit 2018 ausgewählte Schutzgebiete und Arten. „In enger Kooperation mit den Unteren Naturschutzbehörden erfassen wir in den Natura 2000-Gebieten Arten und Lebensräume, planen Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen und beauftragen Spezialfirmen, diese fachgerecht umzusetzen.“ erklärt Marieke Neßmann, Leiterin der ÖNSA. „Außerdem realisieren wir Artenschutzprojekte, beraten AkteurInnen vor Ort und informieren die Öffentlichkeit.“ So setzt sich die NABU-Station beispielsweise landkreisübergreifend für den Schutz der seltenen EU-weit geschützten Wechselkröte ein. „Auch der vom Aussterben bedrohte Feldhamster ist durch die FFH-Richtlinie geschützt.“ berichtet Nicole Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Station. „Zusammen mit engagierten Landwirtinnen und Landwirten versuchen wir, die letzten Vorkommen in Niedersachsen zu erfassen und Schutzmaßnahmen umzusetzen.“

Die Braunschweiger Okeraue  FFH-Gebiet „Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker“. Foto: ÖNSA/M.Neßmann
Die Braunschweiger Okeraue FFH-Gebiet „Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker“. Foto: ÖNSA/M.Neßmann

Zu den Schutzgebieten, in denen die ÖNSA aktiv ist, zählen beispielsweise in Wolfsburg das FFH-Gebiet „Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker“ mit einer hohen Vielfalt an Lebensräumen wie Auwälder, Auengrünland und naturnahe Stillgewässer. Hier fühlen sich Biber, Seeadler und Kranich wohl. In Braunschweig betreut die ÖNSA das NSG „Braunschweiger Okeraue“, ein wichtiges Rast- und Nahrungsbiotop für Wasservögel und Rückzugsraum für unterschiedlichste Amphibienarten. Besonderheiten im Landkreis Helmstedt sind die Steppenrasen im FFH-Gebiet „Heeseberg-Gebiet“ mit Pflanzenarten wie dem Adonisröschen oder dem Haar-Pfriemengras und die Binnensalzstellen mit einer typischen Salzwiesenvegetation. Im FFH-Gebiet "Harly, Ecker und Okertal“ im Landkreis Wolfenbüttel konnte die Oker dank der Unterschutzstellung ihren naturnahen Charakter mit Schotterbänken, Flutmulden, Altwassern und einem urigen Auenwald bewahren. In vielen Natura 2000-Gebieten gibt es ausgewiesene Wanderwege, die diese Kleinode der Natur erlebbar machen.